SMELTZ – Schön ist anders

Handwerk mit Leidenschaft, bei dem ein Zahnrad ins andere greift. Hitze. Schweiß. Lärm. Funkenflug. Hart arbeitende Männer. Hämmer schlagen auf Ambosse. Dazwischen tanzt eine bizarre Gestalt mit Melone einen surrealen Walzer, rezitiert dabei schaurig schöne und ekelhafte Gschichten. Sie denkt, grantelt, schimpft, philosophiert und brüllt in der ihr in die Wiege gelegten Sprache, dem Wienerischen.

Schubladen aus den Wiener Werkstätten:

Hirn mit Ei: Eine Mischung aus Qualtinger und g’walti(n)ger Musik. Abgetragene Anzüge, Patina. Männer mit Vintage Verstärkern und Gitarren mit starken Gebrauchsspuren. Nicht nur die Hardware. Würstelstandphilosophie am mitternächtlichen Gürtel mit einem Soundtrack irgendwo zwischen Audioslave und St. Vitus…

Heißes Pflaster:

SMELTZ, so lautete die erste urkundliche Erwähnung der Schmelz im Wiener 15. Gemeindebezirk. Einst K.u.K. Paradeplatz, dann Naherholungsgebiet, Tummelplatz für dunkle Gestalten und berüchtigte Straßenbanden. Eine Oase in einem traditionellen, linksliberalen Arbeiterbezirk und hervorragender Bandname.

Trivia:

M.E.L.T. hieß eine in Deutschland wirkende Band Ende der 90er Jahre. Böse Stimmen behaupten die Band SMELTZ hätte diesem Namen lediglich ein S und ein Z hinzugefügt, um sich beim (Wiener) österreichischen Publikum anzubiedern. Dabei ist nicht einmal sicher, dass es sich um die selben Musiker handelt. Zwar war deren Sänger auch Wiener und Darsteller in der Fernsehserie Highlander (und somit der international größte Erfolg der Band auch die Musik, die sie für die o.g. Serie liefern durften), Belege für einen Zusammenhang gibt es aber bis dato nicht. Vielmehr ist bekannt, dass es sich bei den SMELTZ-Musikern um renommierte, erfahrene Veteranen der Rockmusik handelt, die alle Frankfurt am Main als ihre Heimatstadt nennen, und die alle in diversesten Formationen tätig waren und auch noch sind. Richtig ist jedoch auch, dass der Sänger bisher eher für seine englischsprachigen Aktivitäten bekannt und in den späten 80er Jahren Teil der Wiener Dark-Wave Band „A Wedding Anniversary“ war, die irgendwann nach Paris verschwand. Ende der 90er tauchte er wieder in Frankfurt auf, wo er seither als Vertreter der akustischen Indieszene unter dem Namen „Der Kammersänger“ von sich reden macht. An dieser Stelle sei noch anzumerken, dass die Verbindung Frankfurt-Wien nicht erst seit Ambros oder Supermax immer wieder für zweifelhafte Resultate sorgt, was allerdings wieder für die o.g. Hypothese spricht. Die Frage nach ihrer Vision beantworten sie angeblich lapidar mit: „Der Wanda ins Bilderbuch malen!“ Unisono, jedoch vier mal hochdeutsch und einmal mit geschlenzten Akzent.