Richard Dobson – I Hear Singing

Richard Dobson (*1942, †2017) war ein amerikanischer Singer/Songwriter und Buchautor, Weggefährte von Townes van Zandt, Guy Clark, Rodney Crowell und anderen. Melodien in der Tradition amerikanischer Folkmusiker prägten seine Songs, in denen er grosse Geschichten erzählte – berührende, persönliche, historische. Zahlreiche seiner Songs wurden von Grössen wie Johnny Cash, Carlene Carter, Nancy Griffith oder Dave Edmunds interpretiert und aufgenommen.

Seit 1999 lebte Dobson in der Schweiz, mehrheitlich in Diessenhofen am Rhein. Dem Wasser war er stets verbunden, «If you can’t find an ocean, a river will do» heisst es in einem seiner Songs. Zeitlebens blieb er aber ein Pendler zwischen seiner alten Heimat Texas und der Schweiz.

Seine neue, bei Brambus Records veröffentlichte CD «I Hear Singing» zeigt diese beiden Welten exemplarisch auf musikalische Art und Weise: Musik, angesiedelt irgendwo zwischen den Schweizer Alpen und dem Golf von Mexiko mit Streifzügen entlang der irischen Küste, durch englische Pubs, durch die Appalachen und über die amerikanische Prärie. Nahtlos fliessen Country, Folk, Mariachiklänge und keltische Volksmusik ineinander und ergänzen sich prächtig – zeitlos, entspannt, detailverliebt, unprätentiös. Richard Dobson selbst bezeichnete diese Produktion einmal als «europäischste CD» seines umfangreichen Schaffens.

2009 lernte er den Schaffhauser Gitarristen und Singer/Songwriter Peter Uehlinger kennen, der ihn von da an regelmässig bei Auftritten begleitete. Dies führte auch zu Verbindungen in die lokale Musikszene und zur Möglichkeit, zusammen mit Tonmeister David Bollinger den Song «I Hear Singing» aufzunehmen. Im Laufe der Jahre trafen sich die drei immer mal wieder in Bollingers Soundvalley Studio, um weitere Songs aufzunehmen – neue Werke, ausgegrabene Schätze oder sorgfältig ausgewählte Covers. 2015 schliesslich wuchs die Idee, ein ganzes Album zu produzieren, für Dobson das erste Mal in der Schweiz. Ganz den Songs verpflichtet stellten sie eine wahrlich transatlantische Studioband zusammen und weitere Gastmusiker aus aller Welt wie Aaron Till, Brent Moyer oder Bill Chambers ergänzten die Aufnahmen.

Als Richard Dobson im Dezember 2017 unerwartet verstarb, war das Album beinahe fertig aufgenommen. Für Bollinger und Uehlinger war es nur folgerichtig, es zu vollenden, denn Richard Dobson hatte noch viele Pläne und Projekte gehabt. Die Zeile «Time is like water, it slips through our hands» aus «Song For Richard Mock» entpuppte sich leider zu plötzlich als traurige Wahrheit. So ist dieses Album zu einem musikalischen Abschied geworden: «He left some footprints here», angelehnt an eine Zeile aus dem Song «Footprints (The Immense Journey)».
Produziert von David Bollinger und Peter Uehlinger

Aufgenommen von David Bollinger im Sound Valley Studio, Schaffhausen, Schweiz
Musiker: Richard Dobson, Mark Wise, Peter Uehlinger, Adrian Uhr, Urs Bringolf, Aaron Till, Christian Roffler, Nathalie Fahr, Bill Chambers, Brent Moyer, Marc Schwind, Rebekka Dold, Marianne Lehmann