Carrousel – l‘ euphorie

Was passiert, wenn eine Sängerin und Multiinstrumentalistin aus der Heimat des Savoir Vivre mit einem männlichen Ebenbild aus dem „glücklichsten Land der Welt“ (World Happiness Report 2015) zusammenkommt? Da sollte doch eine ganz schön große Portion Endorphine auf die Hörer ausgeschüttet werden, oder? Bei Sophie Burande und Léonard Gogniat ist das in der Tat der Fall. Das Duo, das vom Schweizer Jura aus kräftig die Neochanson-Szene aufmischt, hat sein neues, drittes Werk deshalb auch ganz selbstbewusst L’Euphorie genannt.

Hinter Carrousel versteckt sich nicht nur eine Musikhistorie, sondern zugleich eine schöne Liebesgeschichte. Die beginnt in einem Café in Südfrankreich: Gogniat sitzt dort mit seinem Akkordeon und ein paar Freunden, als von irgendwo her plötzlich ein anderer Tastenwirbel auf sein Ohr trifft. Dem folgt er, und er sieht auf einer gegenüberliegenden Terrasse die bildhübsche Burande mit ihrem Instrument. Bei beiden ist es Liebe auf den ersten Blick. Oder sollte man sagen: auf den ersten Klang?

Nach großem Popularitätsschub sowohl in der welschen wie auch deutschen Schweiz, Auftritten beim Paléo, am Montreux Jazz Festival und über 450 weiteren Daten, nimmt Carrousel nach kurzem Stopp nun erneut Fahrt auf. Das dritte Werk entsteht unter kreativer Betreuung von Jean-Louis Piérot, der in Frankreich für die ganz Großen wie Bashung oder Étienne Daho am Mischpult wirkte.

Die Singleauskopplung „Eva“ – mit seinem prägnantem Melodika-Riff und der Twang-Gitarre. Dieses Lied porträtiert eine turbulente, selbstbewusste, ins Leben verliebte Persönlichkeit, so etwas wie die Patin für den „euphorischen“ Zyklus der 13 Songs. Weiter geht es mit dem federleichten „Reviendra“, Besenschlagzeug und kreisende Akkordeonlinien tragen dieses Chanson. Ukulele und Glockenspiel begleiten die Hörer in „Dans Le Prochain Express“, und mit „Faire Face À L’Horizon“ und „Le Virage“ haben die beiden zwei gelungene Balladen im Gepäck, die neue Pianoqualitäten in ihren Sound einbringen. Eine Überraschung birgt „Sur Un Volcan“ mit seinen tangoartigen Anleihen, die sich bald ins Rockige lösen.

Piérots Arrangements betten in einen Sound, der von Weite und Unterwegssein kündet, raffinierte Hammondsounds, Banjo und elektrische Gitarren ein. Stets aber leben die feinen Songminiaturen vor allem vom Duo- oder Wechselgesang von Sophie und Léonard. Was uns nochmals zur Euphorie bringt: „Dieses extreme Gefühl begleitet uns von Beginn an“, fasst Sophie Burande zusammen. „Die Musik ist berauschend, dann beruhigt sie sich wieder, und dann führt sie uns noch höher hinaus. Wir hätten diese Platte auch ‚Achterbahn‘ nennen können. Für dieses Gefühl spielen wir, für diesen Traum.“

www.carrousel-musique.com

VÖ: 29.01.2016
Format: CD
Genre: Pop
EAN: 4260075861210
Label: jazzhaus records